Der Streik in Frankreich wird immer mehr zur Frage über Macht und Eigentumsverhältnisse, dass deutlichste Zeichen dafür liefern nun die Beschäftigten der französischen Stromkonzerne. Während ihre Bosse beim Streik den Armen den Strom abschalten wollten, drehten die Beschäftigten den Spieß um und schalteten der Industrie und der Regierung den Strom ab und der Bevölkerung an.

Mit ihren Aktionen erinnern die Beschäftigten, die im Rahmen der Proteste gegen neoliberale Arbeitsmarktgesetze der sozialdemokratischen Regierung streiken, an Robin Hood, der es den Reichen nahm um es den Armen zu geben. „Am Samstag haben die Beschäftigten den Strom für Personen in prekärer Lage wiederhergestellt“, berichtete Marie-Claire Cailletaud von der Gewerkschaft CGT. Zuvor hatte ihnen das Unternehmen den Strom abgestellt. „Wir werden nicht die 400.000 Volt-Linien bestreiken um Frankreich in Dunkelheit einzuhüllen, aber wir können die Klienten aus der Industrie hier und da abschalten“, drohte die CGT. Der Streikt tobt nun auch schon einige Tage und der bisherige Höhepunkt war der vergangene Dienstag. Beim offiziellen Aktes zur Einweihung der „Weinstadt“ Bourdeaux schaltet die Beschäftigten den Strom ab, zu eben jenem moment als der französische Präsident Hollande sprechen wollte. Hollande selbst hatte einst im Wahlkampf eine sozialere Politik versprochen, geblieben ist davon wenig, dass er nun Ziel der Angriffe ist, ist daher auch ein Verdienst seiner neoliberalen Kehrtwende. Die Aktion selbst mag zwar nur symbolischen Charakter haben, doch reiht sie sich in den beeindruckenden Protest der französischen Beschäftigten gegen die Verschärfung des neoliberalen Krisenregimes. Wenn andere streikende Sektoren sich an den Beschäftigten der Stromkonzerne orientieren könnte über kurz oder lang sogar die Regierung stürzen.

Quelle: die Freiheitsliebe