Als erstes holt Frau Strzoda sich den Kollegen Schneider als ihren Beistand hinzu. Damit scheint das Argument der dünnen Personaldecke in den Erwerbslosenverfolgungsbetrieben, dass man allenthalben in den „Qualitätsmedien“ so unter die Nase gerieben bekommt, so nicht zu stimmen. Auch ver.di verbreitet solche Propaganda, die wohl etwas Mitleid oder Verständnis für die Erwerbslosenverfolger erzeugen soll.

Bevor Frau Strzoda anfängt, hätte sie gern eine Erklärung, dass das Zwangsbetreuungsopfer damit einverstanden ist, dass die Beistände die vertrauenswürdigen Daten mithören dürfen. Am liebsten hätte sie es, dass dies unterschrieben würde, so die Aussage von Frau Strzoda.

Nach Ablehnung des Begehrens, begnügte sie sich dann mit mündlicher Zusage des Zwangsbetreuungsopfers, notierte sich dann aber doch die Namen der Beistände. Als nächstes kam die merkwürdige Frage, warum das Zwangsbetreuungsopfer überhaupt Beistände mitbringt, da er ja immerhin schon 2 Vorladungen ohne Beistände wahrgenommen hat.

Der Beistand wollte Frau Strzoda gerade klarmachen, dass sie die Beweggründe des Zwangsbetreuungsopfers, Beistände hinzuzuziehen, nichts angeht, da versuchte sie die Beistände mit der Aussage auszuschalten, dass sie sich nur mit dem Zwangsbetreuungsopfer unterhält und nicht mit den Beiständen. Zum Glück war das Zwangsbetreuungsopfer so helle und teilte Frau Strzoda mit, dass er selbst erst einmal nichts sagt und es den Beiständen überlässt. Nun ging die Frage an die Beistände, warum sie heute mit hier sind. „Das geht Sie nichts an“, war die klare und knappe Antwort. Frau Strzoda hakte nun noch einmal nach und machte deutlich, dass schon 2 Termine ohne Beistand gelaufen wären und nun plötzlich Beistand dabei ist und das sie sich darüber wundert und das ihr die Frage ja gestattet sei.

An dieser Stelle gebe ich Frau Strzoda mal Recht, die Frage ist ihr schon gestattet, aber sie hat darauf keine Antwort erhalten. Also warum immer wieder nachfragen?

Im weiteren Gespräch stellte sich dann heraus, dass Frau Strzoda als sogenannter „Coach“ fungiert, obwohl das Zwangsbetreuungsopfer es ausdrücklich abgelehnt hat, gecoacht zu werden. Im weiteren Gespräch erläuterte sie die ganzen Vorteile und ungeahnten Möglichkeiten des Coachings. Für mich hörte sich das eher nach der Ausweitung und Verschärfung des Druckes an, sich doch williger zu zeigen, sich in eine absolute Unterwürfigkeit und totale Selbstausbeutung zu begeben.

Dabei stellte sie fest, dass das Problem beim Zwangsbetreuungsopfer ist, dass das Zwangsbetreuungsopfer ein Ingenieur ist und der Abschluss schon sehr weit zurück liegt. Sie führte weiter aus, dass das Zwangsbetreuungsopfer schon lange aus der Berufspraxis raus ist und er genau weiß, wie sich die Berufe weiterentwickelt haben. Jetzt muss man schauen, wohin man das Zwangsbetreuungsopfer noch vermitteln kann. Übersetzen wir das Ganze in deutsche Umgangssprache, bedeutet es ganz einfach: Das Zwangsbetreuungsopfer ist zwar Ingenieur, aber da schon länger erwerbslos, praktisch ohne Qualifikation und taugt deshalb nur noch zum Hilfsarbeiter mit Armutslohn.

Zur Sprache kam auch noch die sogenannte Eingliederungsvereinbarung. Bei der letzten Zwangsvorladung wurde dem Zwangsbetreuungsopfer eine Eingliederungsvereinbarung vorgelegt, die er aber zur Prüfung mit nach Hause nehmen wollte. Daraufhin hat Frau Strzoda sofort einen Verwaltungsakt erlassen. Der Einwurf des Beistandes, dass der Verwaltungsakt ungültig ist, ignorierte Frau Strzoda einfach.

Weiter ging es mit dem Aufbau von Druck. Das Zwangsbetreuungsopfer wurde schon mehrfach aufgefordert, sich Weiterqualifizierungen oder Probearbeiten zu suchen und es wäre nichts passiert. Das er sich ständig bewirbt und nach passenden Weiterbildungen sucht wird ebenfalls nicht zur Kenntnis genommen. Es herrscht die Meinung vor, dass es genügend Angebote gibt. Selbst dem Betroffenen ist an dieser Stelle klar geworden, dass versucht wird, ihm die Schuld für die Erwerbslosigkeit zu geben. Der Einwurf des Beistandes, dass es einzig und allein am beschissenen Arbeitsmarkt und nicht am Betroffenen liegt, fand kein Gehör.

Frau Strzoda wünscht sich von den „Kunden“ manchmal mehr Engagement und Eigeninitiative. Problematisch wird es für sie, wenn der „Kunde“ nicht noch mal nachhakt, initiativ noch mal etwas macht. An dieser Stelle stellt sich mir die Frage, wer denn hier der „Arbeitsvermittler“ im eigentlichen Sinne ist? Einzig und allein Stellenangebote zu versenden, die öffentlich zugänglich sind, ist keine Kunst und bedarf keiner „Arbeitsvermittler“ und das „Arbeitgeber“ in der Regel auch nicht antworten und da hilft auch kein nachhaken, scheint ihr völlig unbekannt zu sein. Im Endeffekt ist das Zwangsbetreuungsopfer wieder an allem schuld.

Der Beistand erklärte noch einmal, dass es am beschissenen Arbeitsmarkt liegt und nicht an dem Betroffenen und das ein normaler Mensch nicht 10 mal einem Arbeitgeber hinterhertelefoniert, der keine Antwort gibt. Dazu meinte Frau Strzoda, dass es von Anfang an ihr Anliegen gewesen ist, mit dem Zwangsbetreuungsopfer eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, dass er kooperiert und mitarbeitet. Mehr würde sie nicht erwarten.

Jetzt wurde die ganz große Keule ausgepackt. Es wäre schon mehrfach dokumentiert worden, dass man den Eindruck hat, wie das Zwangsbetreuungsopfer dasitzt, dass es auch nicht bereit ist, mit uns zu arbeiten. Sie stellte die Frage, welche Strategien das Zwangsbetreuungsopfer bereit ist, zu ändern, das man mal zu einem Erfolg kommt, weil seine bisherigen Strategien nicht aufgegangen sind. Zu Deutsch: Wie und wann ist das Zwangsbetreuungsopfer bereit, sich der totalen Selbstausbeutung zu unterwerfen und einen Hungerlohnjob anzunehmen.

An der Stelle antwortete der Beistand dahingehend, dass man nichts weiter tun kann, als sich ständig zu bewerben und zusehen, dass man eine passende Stelle findet und da Frau Strzoda das nicht verstand, oder nicht verstehen wollte, stellte sie dieselbe Frage noch einmal. Der Beistand empfahl dem Zwangsbetreuungsopfer jetzt die Unterredung abzubrechen, da erfahrungsgemäß jetzt auf so einer Frage herumgeritten wird und sie ständig wiederholt wird. Das soll dann das Schuldgefühl beim Opfer noch weiter steigern.

Da der Beistand schon beim nächsten Termin erwartet wurde, nicht ohne den Betroffenen noch einmal den Rat zu geben, einfach jetzt zu gehen. Im Nachhinein wurde auch bekannt, dass er das Gespräch unmittelbar danach abgebrochen hat.

Ich habe ja schon des Öfteren geschrieben, dass diese Firma ein Sammelbecken für Personen mit schlechtem Charakter ist. Ein sozialfaschistisches Gesetz, dass auch problemlos aus dem Reichstag stammen könnte, benötigt auch dementsprechend Personen, die eine solche Ideologie vertreten, dass es überhaupt umgesetzt werden kann. Dies wird durch Auslese erreicht. Es hält sich nur der im System, der über dementsprechende Eigenschaften verfügt. Hier sind ein Großteil Soziopathen und nicht wenige Psychopathen am Werk. Also Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung. Menschen, die diese Persönlichkeitsstörung nicht aufweisen und in diese Mühle geraten sind, haben lange schon den Dienst quittiert, oder wenn sie geblieben sind, weil sie das Geld brauchen, leiden sie zum großen Teil an psychischen Erkrankungen.

Die, die gegangen sind, berichteten uns, dass sie die Behandlung der Erwerbslosen moralisch nicht vor sich selber verantworten konnten. Selbst der Rechtsbruch in den Widerspruchsstellen bewegte Juristen, den Job hinzuschmeißen.

Bei diesem Termin zeigte sich ganz deutlich, wie unterschwellig dem Betroffenen immer wieder klar gemacht wird, dass er am Ende Schuld ist. Spricht man das an, wird sofort dementiert und man betont, dass man dem Betroffenen nichts unterstellt. Auch dieses Dementi wirkt bei dem Betroffenen genau in die richtige Richtung.

Im Gespräch fiel von Frau Strzoda mal der Satz: „Ich habe das Gefühl, dass ich immer abgeblockt werde.“ Hier zeigt sie doch auch das Feingefühl, dass es gerade gegen sie läuft. Also sollte man annehmen, dass sie durchaus in der Lage ist, festzustellen, dass der Betroffene von ihr mächtig unter Druck gesetzt wird. Das funktioniert allerdings nur bei empathischen Personen.

Kommen wir zum 2. Beistandsbesuch des Tages. Folgende Vorladung flatterte dem Betroffenen in den Briefkasten.

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Als die Arbeitsvermittlerin beim Eintreten die Beistände von Gegenwind sah, verweigerte sie ihren eigenen Termin und schickte uns zum Teamleiter, der das Gespräch führen sollte.

Das war übrigens das 3. Mal in kurzer Zeit, dass sie ihre Arbeit mit der Begründung verweigerte, dass sie nicht mit Menschen von Gegenwind spricht. Beim Teamleiter Herrn Malolepszy erfuhren wir dann, dass er es war, der vorgeschlagen hat, dass sie bei Auftauchen von Gegenwind die Zwangsbetreuungsopfer zu ihm schicken soll. Dieses Vorgehen ist eine absolute Frechheit, wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit schon mehrere Anträge gestellt wurden, Betroffenen eine andere „Arbeitsvermittlerin“ zuzuteilen, da die Umgangsweise hier zu Angst und psychischen Problemen geführt hat.

Kenner der Materie wissen vielleicht, dass solche Begehren regelmäßig ins Leere laufen. Betroffene müssen sich das einfach gefallen lassen. „Arbeitsvermittler“ (Satire an-wenn sie vielleicht noch Sensibelchen sind–Satire aus), hingegen, haben das Recht, oder es wird ihnen eingeräumt, einfach dem aus dem Weg zu gehen. Schon hier offenbart sich die Menschenverachtung die im System steckt. Interessant ist auch, dass diese „Arbeitsvermittlerin“ uns durch ihren Anwalt wissen lässt, dass wir doch eine Unterlassungserklärung unterschreiben sollen, dass wir sie nicht mehr mit Namen nennen. Natürlich wurde nichts unterschrieben, aber der Anwalt fordert trotzdem, dass wir seine Kostennote begleichen und weist schon mal darauf hin, dass die Zusage der gegnerischen Rechtsschutzversicherung die Deckungszusage für eine Klage erteilt hat. Da wünschen wir doch fröhliches prozessieren.

Alles in allem war es doch einmal wieder ein Einblick in die Abgründe der Firma der Michaela Ungetüm.

A. Pianski