Nach gut 2 Wochen war es wieder soweit. Erneute Zwangsvorladung bei Frau Strzoda. Diesmal mit dem Teamleiter Herrn Himmel. Herr Himmel eröffnete auch das Gespräch und erklärte seine Anwesenheit mit der Meinung, dass es beim letzten Gespräch so einen kleinen Bruch gegeben hätte. So zumindest hätte er es festgestellt. Wir berichteten an dieser Stelle darüber.

Weiter wollte er erklären, was in seinem „Vermittlerteam“ so alles gemacht wird. Wichtiger war dann aber dem Zwangsbetreuungsopfer doch seine Fahrtkostenabrechnung und so bestand er zunächst auf deren Erledigung. So blieb uns die Lobhudelei auf die Sonderabteilung „Coaching“ vorerst erspart.
Nach dem die Fahrtkosten geklärt waren legte dann Herr Himmel los. Er erklärte, dass der Erwerbslosenverfolgungsbetrieb der Frau Michaela Ungetüm sich ein bisschen umorganisiert hat und im Zuge dieser Umorganisierung versucht würde, ein paar neue Wege zu gehen. Im Zuge der neuen Wege sei also dieses Team, was sie selbst als Coaching Center bezeichnen, entstanden. Der Vorteil sei, so Herr Himmel, dass der „Vermittler“ einen kleineren Pool von Zwangsbetreuungsopfern hat. Viel weiter kam Herr Himmel aber nicht, da das Zwangsbetreuungsopfer ihm klarmachte, dass er bei seiner eigentlichen „Vermittlerin“ das Gesagte schon einmal gehört hat und dieses Zwangscoaching ablehnt. Diese Willenserklärung sei aber einfach ignoriert worden.

Jetzt wird es interessant. Der Beistand fragte Herrn Himmel, ob denn dieses Coaching freiwillig sei. Erfahrene Leser wissen was jetzt kommt.
Herr Himmel meinte zu der Frage, die wahrscheinlich zu einfach für ihn war, da man sie mit einem einzigen Wort beantworten hätte können, dass jeder eigentlich seinen Vermittler hätte und dass sie darüber hinaus jetzt die Möglichkeit hätten… „Beantworten Sie doch meine Frage, was sie mir jetzt erzählen, wollte ich nicht wissen, ich wollte wissen, ob das freiwillig ist.“, so der Beistand. Anstatt einfach ja zu sagen, meinte Herr Himmel, dass von ihrer Seite niemand gezwungen würde, vom Coaching Center betreut zu werden.

Da stellt sich doch die einfache Frage, wieso dann das Zwangsbetreuungsopfer in der Spezialbetreuung gelandet ist. Ein nein bei der ursprünglichen Vermittlerin, ein mehrmaliges nein bei Frau Strzoda, alle Willensbekundungen ignoriert und dann wird von Herrn Himmel behauptet, dass niemand gezwungen wird. Das nenne ich doch mal ein seltsames Verständnis der Realität.

Nächste Frage an Herrn Himmel. „Warum sitzen wir dann hier, wenn das „Coaching“ freiwillig ist? Auch in dem Fall eine“ klare Antwort“. Heute würden wir zusammensitzen, weil Herr Himmel ganz einfach wissen möchte, warum beim letzten Mal die Sache so eskaliert sei und welche Vorteile das „Coaching“ hat. Wenn man klar und deutlich nein sagt und sich nicht von den Arbeitslosenverfolgern bedrängen lässt und zusätzlich noch einen Beistand mitbringt, dann ist das in deren Augen eine Eskalation. Welch wundersames Verständnis herrscht da vor.

In dem Stil ging es dann noch eine Weile weiter, bis Herr Himmel dann ein Einsehen hatte und das Zwangsbetreuungsopfer in die normale „Betreuung“ entließ.

Bemerkenswert ist die Feststellung, dass bei Frage nach der Freiwilligkeit keine Antwort auf die Frage selbst kommt, sondern reflexartig das Super Programm gepriesen wird und auf die enormen Vorteile desselben verwiesen wird. Das ist eine psychologische Methode, die dem Zwangsbetreuungsopfer sofort den Wind aus den Segeln nehmen soll, seine Meinung zielstrebig weiterzuverfolgen. Die meisten Zwangsbetreuungsopfer sind bei einem Termin aufgeregt und bekommen gar nicht mit, wie psychologisch Druck auf sie ausgeübt wird. Die Nichtbeantwortung lenkt vom eigentlichen Begehren ab und gleichzeitig wird durch die Lobhudelei unterschwellig wieder das schlechte Gewissen des Zwangsbetreuungsopfers angesprochen, dass man ihn als unwillig und faul sehen könnte.

Solche Methoden kannte schon die Stasi und sie sind allgemein beliebt, wenn man Menschen unterdrücken will und es nicht „par ordre du mufti“, sprich als Anweisung von oben machen möchte. Damit trägt man dann auch keine Verantwortung.

A. Pianski